Rückblick

Musik ist Dialog in Vollendung

Interview mit Miha Pogacnik, dem Gastredner der VDI Impulsgespräche NRW

Miha Pogacnik ist ein Virtuose auf der Geige, Professor für Kunst und Führungsmanagement und Kulturbotschafter Sloweniens. Mit seiner Violine ist er überall auf der Welt unterwegs, um den Menschen seine Erfahrungen aus der klassischen Musik zu übersetzen und daraus Lösungsangebote für andere Disziplinen, beispielsweise den Dialog, anzubieten. Wie seine engagierte Präsentation vor den Teilnehmern der ersten Impulsgespräche des VDI Landesverbandes NRW zeigte, brennt Miha Pogacnik nicht nur für die Musik, sondern auch für die Dialog-Kultur.  

Herr Pogacnik, Sie haben Ihre Präsentation eingeleitet mit den Worten: Der Meister ist fertig mit dem ersten Strich. Was meinen Sie damit im Bezug auf das Thema Dialog?

Wenn sie ein großes Werk spielen, müssen sie von Anfang an im Ganzen stecken, das große Ganze sehen. Wenn man das auf ein unternehmerisches Projekt überträgt, muss man von Anfang an alle Interessen betrachten und einfließen lassen – erst dann wird es ein Meisterwerk, es wird im besten Falle zum sozialen Kunstwerk.

Miha Pogacnik: Violonist und Visionär

Der Violinist Miha Pogacnik ist ein Querdenker. Bei den Impulsgesprächen begeisterte er die Teilnehmer - und inspirierte sie, das Thema Dialog mit anderen Augen zu betrachten.
Miha ist Künstler, Unternehmensberater, Professor für Kunst und Führungsmanagement und Kulturbotschafter Sloweniens.
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Was können die Teilnehmer eines Dialogs dabei von einem klassischen Orchester lernen?

Bei Orchestern muss man drei Dinge streng unterscheiden: Die Kompetenz jedes einzelnen, alle müssen sich als gesamtes Ensemble empfinden und die verschiedenen Gruppen müssen aufgrund der Partitur abwechselnd führen oder sich unterstützen. Was ist also die Partitur beim Entstehen eines Projektes? Man muss das Projekt so entstehen lassen, dass alle Teilnehmer ihre Kompetenz einbringen und alle Interessen gewahrt werden. Alle Elemente müssen harmonisch wirken, damit das Vorhaben am Ende zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelingt. Und zu den Elementen gehören nicht nur finanzielle Aspekte, sondern von Anfang an auch Fragen der Ästhetik, des Naturschutzes und das Wohlbefinden der Bürger. Alle Faktoren müssen als Kompositionsmaterial akzeptiert werden.

Sie haben die VDI Impulsgespräche NRW heute auch als Zuhörer begleitet. Was ist Ihr persönliches Fazit?

Hier ist ein Anfang gemacht worden, den ich sehr loben möchte. Das ist eine außerordentliche Bemühung, die Menschen in den Dialog zu bringen. Wissen, Erfahrung und Vertrauen sind die Basis des Dialogs, so hat es der VDI für die Impulsgespräche heute auch vorgegeben und nun hoffe ich, dass man in der Zukunft vor allem die Erfahrung und das Vertrauen weiter ausbaut – denn das Wissen ist schon da. Und ich wünsche mir, dass die Kunst noch mehr helfen darf, Erfahrung und Vertrauen weiter zu vertiefen.